E-Mail-Marketing, quo vadis?

Totgesagte leben länger: Warum Newsletter immer noch – oder wieder – im Trend liegen. E-Mail-Marketing wird smarter, einfacher, intuitiver und individualisierbar. Trotz, aber auch dank KI. Wie das möglich ist, lest ihr hier.
2026 wirkt E-Mail fast „old school“ – und genau deshalb wird sie wieder stärker. Während Chat-Apps und Assistenten wachsen, bleibt E-Mail der Kanal, den viele aktiv für Markenkommunikation akzeptieren. Laut „Sinch“ würden 77 % der Befragten E-Mail als einen von bis zu drei bevorzugten Kanälen für Werbebotschaften wählen. Gleichzeitig steigt das Volumen an versandten E-Mails weiter. Was das für euch heißt: Der Wettbewerb spielt sich nicht mehr zwischen Kanälen ab, sondern im Posteingang selbst.
Der Kampf um die Mailbox
Früher war „Zustellbarkeit“ ein Technikthema. 2026 ist sie ein Relevanz-Thema, denn Posteingänge filtern härter, Nutzerinnen und Nutzer löschen schneller. Und alles, was nach Gießkannenprinzip aussieht, verliert: Einheitskampagnen mit ein bisschen Namens-Personalisierung reichen nicht mehr aus. Überfüllte Posteingänge und steigende Erwartungen machen echte Relevanz zur Voraussetzung. Mailanbieter wie Google und Apple filtern immer stärker vor, welche Nachrichten sichtbar bleiben, und wer im Posteingang bestehen will, muss nachweisbaren Mehrwert liefern und Daten nutzen, um Bedürfnisse vorwegzunehmen. Studien zeigen: Viele erwarten personalisierte Angebote auf Basis ihres Verhaltens. Kurz gesagt: Relevanz entscheidet über Zustellbarkeit – alles andere wird ausgeblendet oder ignoriert. Eigentlich eine alte Weisheit des E-Mail-Marketings: Wenn eure Mail „für alle“ ist, fühlt sie sich 2026 für viele noch stärker nach „für niemanden“ an.
Personalisierung durch KI – kein Widerspruch
KI ist aus dem E-Mail-Marketing nicht mehr wegzudenken. Und zwar nicht als Kreativitätsersatz, sondern als Prozessmotor: Segmentierung, Timing, Content-Varianten, Auswertungen. Im bvik-Trendbarometer sagen 65 % der Unternehmen dass KI-Tools in Marketing und Kommunikation gezielt vorangetrieben werden. Wichtig dabei: KI verstärkt, was sie von euch bekommt. Ohne konsistente Daten (Interessen, Anlässe, Buchungsfenster, Guest-Journey-Phase) skaliert ihr nicht Personalisierung, sondern handelt nach dem Zufallsprinzip
Was Newsletter-Software 2026 leisten muss:
- Event-getriggerte Automatisierung statt manueller Einzelmails (z. B. Anfrage, Reminder, Pre-Stay, Post-Stay)
- Kampagnen- und Workflow-Logik, die im Team nachvollziehbar bleibt (keine „Black Box“)
- Vorlagen & Corporate Language abstimmen, damit Geschwindigkeit nicht zu Wildwuchs führt.
Ein Beispiel aus unserer Welt: Der Korrespondenzmanager setzt stark auf vollautomatische, ereignisbasierte Nachrichten, die sich entlang der Guest Journey planen lassen – bis auf die Minute. Ergänzend wird der Autoresponder als Modul beschrieben, um Anfragen effizient automatisch einzuordnen und Kapazität für aktive (und menschliche) Gästebetreuung frei zu machen.
Neue KPIs: Öffnungen verlieren – Verhalten gewinnt
Öffnungsraten sind seit Datenschutz-Änderungen deutlich weniger verlässlich. Apples Mail Privacy Protection lädt Inhalte teils vorab, wodurch E-Mails „künstlich“ wirken können.
2026 verschiebt sich der Fokus deshalb auf:
- Klickrate & Klickpfade (was interessiert wirklich?)
- Lesezeit / Engagement-Qualität (bleiben sie dran oder sind sie sofort weg?)
- Downstream-Conversions (Anfrage, Buchung, Upgrade, Gutschein, Event-Anmeldung)
Hinzu kommt: Design wird leichter, und Barrierefreiheit Pflicht. Schlanker Code, optimierte Assets, mobile-first: das wirkt sich auch auf Ladezeit und Rendering aus. Parallel wird Barrierefreiheit zur Pflichtaufgabe: In Italien trat der European Accessibility Act mit Ende Juni 2025 in Kraft. Und trotzdem klafft eine Lücke: In den „E-Mail-Marketing Benchmarks 2025“ erfüllen laut ddv.de nur 13 % der untersuchten Mails Mindestanforderungen an digitale Zugänglichkeit.
Unser Tipp: Richtet eure Templates daher konsequent an WCAG 2.1 aus (Kontraste, Alt-Texte, Struktur, Screenreader-Tauglichkeit).
Last but not least: Zustellbarkeit und Datenschutz
Was nicht ankommt, kann nicht wirken. Und die großen Provider ziehen die Schrauben an. Standards wie SPF, DKIM und DMARC sind faktisch Pflicht, Google stellt außerdem Anforderungen wie One-Click-Unsubscribe (bei höherem Versandvolumen). Auch Microsoft kündigt für Outlook/High-Volume-Sender bereits strengere Anforderungen rund um Authentifizierung an. Die Software-Frage ist damit auch eine Infrastruktur-Frage: Kann euer Setup sauber signieren, sauber listen, sauber abmelden?
Wichtig: Personalisierung funktioniert nur, wenn Menschen verstehen, warum ihr Daten abfragt. Laut DDV-Auswertung der Benchmarks erklären nur 5 % transparent, welchen Nutzen Empfängerinnen und Empfänger von zusätzlichen Angaben (Interessen/Präferenzen) haben. 2026 gilt es, für mehr Vertrauen in euer E-Mail-Marketing in eine klare Begründung und Motivation zu investieren, verbunden mit sauberem Opt-in und nachvollziehbarer Kontrolle seitens der Empfänger.
Beim E-Mail-Marketing 2026 geht es um Software und Qualität. Wenn ihr alle oben genannten Bausteine als System denkt, wird der Newsletter wieder das, was er sein soll: ein Dialogkanal – nicht nur ein Versandkanal.
Wenn ihr eure E-Mail-Strecken 2026 sauber automatisieren, messbar machen und gleichzeitig Trust- und Compliance-sicher aufstellen wollt: Meldet euch hier.
4 E-Mail-Marketing -Trends für 2026
E-Mail-Marketing wird smarter, einfacher, intuitiver und individualisierbar.

