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Michael Oberhofer über Tourismus und Gesellschaft

Das Coronavirus hat Südtirol und Europa hart getroffen; die Auswirkungen sind noch nicht vollständig abzusehen. Bisweilen steht der Tourismus still, doch eines bleibt: Reiselust und Sehnsucht nach neuen Orten. Reisen bedeutet Glück. Die Menschen sind seit jeher unterwegs und obwohl es guttut, eine ruhige Zeit zu Hause zu verbringen, ist ein kleines Bisschen Fernweh immer da. Der Wunsch nach dem Tapetenwechsel, danach, aus dem Alltag auszubrechen, wird nach dem Lockdown umso stärker sein. Und darauf bereiten wir uns vor. Nutzen wir die Reisepause, um Marketinginstrumente zu überdenken und Aufgeschobenes endlich anzupacken. Richten wir den Blick nach vorne und wecken die Sehnsucht der Gäste.

Eine bessere Zukunft

Für gewöhnlich ist das Leben bestimmt von Wünschen – wir wollen das Außergewöhnliche, wollen hoch hinaus – und doch begreifen wir, immer wenn wir dankbar sind, dann für die kleinen, alltäglichen Dinge im Leben.  Oft bedarf es der Notsituation, um uns dessen bewusst zu werden. Und nun ist sie plötzlich da. Alle Gewissheiten scheinen in sich zusammenzufallen und wir realisieren, wie unfassbar wertvoll die Zeit mit den Liebsten ist, wie schön es ist, am Fluss spazieren zu gehen, in aller Ruhe ein Eis zu essen und den Menschen beim Flanieren zuzusehen.

Die essenziellen Wünsche sind niemals die übersteigerten, es sind die kleinen. Viel mehr als das sensationelle Erlebnis zählt die Schönheit des Alltags. Im Kleinsten liegt ein unendlicher Zauber. Die wunderschönen, im Moment unzugänglichen Dinge werden wir wiedererlangen, dafür werden andere unwiderruflich vergehen – denn die Welt nach Corona wird eine andere sein. Und vielleicht wird vieles, was wir nicht mehr haben, es wert sein, verloren zu sein.

Veränderung

Die Welt hat sich immer schon gewandelt und jedes Ende birgt die Chance auf einen guten Neuanfang. Hoffnung ist immer stärker als Mutlosigkeit. Auch jetzt lassen wir uns nicht unterkriegen, singen auf unseren Balkonen und erleben eine neu entdeckte Solidarität.  Wir erleben gerade einen Ausnahmezustand; das ist beängstigend, aber es birgt viel Potenzial. Denn wir sind gezwungen anzuhalten. Wir müssen uns hinterfragen und fragen: Welche Welt ist es, in der ich Leben will?

Die meisten von uns sind nicht unendlich sorgenvoll, sondern besonnen, machen einen Schritt nach dem anderen – langsam und bedacht. Man erledigt Aufgeschobenes, kümmert sich um sein Zuhause und seine Familie. Die Taktfrequenz ist eine andere, und zwar eine, die unserem Geist und unserem Körper angemessener ist als die Hektik zuvor. Wir müssen nicht mehr unentwegt allem hinterherrennen: schnell noch online etwas einkaufen, etwas unbedingt besitzen wollen, ohne es wirklich zu brauchen, irgendetwas auf der To-Do-Liste abhaken.

Wir haben mehr als ein Virus zu besiegen. Es sind die Fesseln unserer eigenen Verhaltensmuster, die es zu sprengen gilt. Fesseln, die uns verbieten, wir selbst zu sein. Gewohnheiten zu verändern braucht Zeit, und ich hoffe, dass die Dauer der Quarantäne dafür ausreichen wird.

Entschleunigung

Vielleicht werden wir uns eines Tages wieder beschweren über das Wetter, ein misslungenes Mittagessen, eine zu langsame Kassiererin. Vielleicht aber werden wir uns immer, wenn wir kurz davor sind zu nörgeln, an die Zeit erinnern, in der nichts selbstverständlich war.

Ich hoffe, diese Tage der Ruhe führen dazu, dass wir auch in der Welt nach Corona langsamen Schrittes weitergehen in Zeiten, in denen es wieder allzu schnell gehen soll. Ich hoffe, wir bleiben neugierig, behalten die Ehrfurcht vor dem Leben und unterstützen die lokale Wirtschaft – den Dorfladen, das Hotel in der eigenen Region, das Restaurant in der Stadt.

Wir bauen wieder auf, was jetzt stillsteht. Wie? Das werden wir nach und nach begreifen. Bleiben wir dankbar und versuchen, alles zu behalten, was wir jetzt gerade lernen, um uns eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Michael Oberhofer

Neubeginn

Nicht nur zwischenmenschliche Strukturen, auch die Wirtschaft wird sich neu erfinden müssen. Regionalität wird wieder an Bedeutung gewinnen, weil wir lernen, einander zu unterstützen. Erholung werden wir viel mehr zu Hause suchen – in Südtirol, im Alpenraum, in Italien. Wir werden wieder autonomer, entdecken die Bedeutung des Handwerks neu, nutzen Technologien, gegen die wir uns zuvor gesträubt haben, die jetzt im Home Office ganz selbstverständlich sind. Politik und Wissenschaft werden unser Vertrauen wiedergewinnen. Qualitätsjournalismus wird die Fake News in den Schatten stellen. Und die Natur wird sich ein Stück weit erholt haben, so schnell, dass wir es kaum glauben können. Wir werden ihr respektvoller begegnen, weil Nachhaltigkeit dann mehr ist, als bloße Parole. Und wir selbst: Wir werden stärker und widerstandsfähiger sein, uns nicht mehr über Banalitäten beklagen und  echten Zusammenhalt erlernen.

Tourismusimpulse

Was sind die Auswirkungen des Coronavirus? Wie könnte sich der Lockdown auf das Reiseverhalten auswirken? Diese und weitere Fragen beantwortet Michael Oberhofer im Interview mit der österreichischen Zeitschrift "Tirolerin“.

Hotels im Umgang mit dem Lockdown

Das Leben von Hoteliers, Tourismusmanagern und Familien ist ein anderes geworden. Die Uhren gehen langsamer, das Zusammenleben verändert sich, die Sorgen sind groß. Beratung bedeutet jetzt mehr als das Erarbeiten von Lösungen, die zwischenmenschliche Ebene rückt in den Vordergrund. Wie geht es den Betroffenen? Die Fachzeitschrift „fvw“ berichtet.

Es ist, was es ist.

Es wird diskutiert, man philosophiert, man wird informiert. Alle reden darüber. Über das Gestern. Das Heute. Das Morgen. Auch wir sprechen viel über das Morgen.
Weniger über das, was war. Wie gut es uns ging. Wie sehr der Tourismus und die Wirtschaft florierten. Wie viele Pläne geschmiedet wurden. Weniger über das, was ist. Wie alles stillsteht. Wie gut Südtirol gesamtheitlich agiert. Wie einig sich Wirtschaftstreibende sind und wie fortschrittlich und vorbildlich gehandelt wird. Über all das sprechen wir wenig. Denn wenn wir etwas Positives aus der Situation mitnehmen, dann ist es die Chance, Dinge neu zu justieren. Und so sprechen wir am liebsten über das, was kommt. Über neue Wege, die wir beschreiten wollen. Über das, was wir in der Krise gelernt haben und wie wir es in neue Vorhaben umwandeln können.

 

Wir blicken voller Zuversicht in die Zukunft. Auf den Tourismus in Südtirol und im gesamten Alpenraum. Denn wir wissen, Südtirol ist stark und die Hotellerie und Gastronomie im Alpenraum ist mehr als vorzeigbar. Wir haben nämlich nicht nur ein wunderschönes Land und Ressourcen, aus denen wir schöpfen, wir verfügen auch über sehr gute Rahmenbedingungen, die uns positiv stimmen: Unsere Urlaubsorte sind von den Zielgruppen sicher und ohne unnötige Kontakte per Auto erreichbar. Unser Tourismus ist nicht abhängig von Großveranstaltungen. Wir sind extrem anpassungsfähig und schaffen reaktionsschnell ein Angebot, das den Anforderungen entspricht (niedrigere Hotelbelegung, flexible Stornobedingungen, höchste Hygienestandards). Wir haben sehr viel Weite, Natur und Platz für Rückzug. Wir haben Charme und Unternehmergeist, und verstehen es, Menschen zu begeistern. Wir haben früh gehandelt und nachhaltig gedacht. Vor allem aber befriedigen wir Sehnsüchte. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Sehnsucht nach uneingeschränkter Freizeitgestaltung. Die Sehnsucht nach dem Reisen. Sehnsüchte wie diese werden in dieser außergewöhnlichen Zeit besonders geweckt oder weiter ausgeprägt.
Bis wir wieder zu Sehnsuchtsstillern werden, lasst uns die Zeit nutzen. Lasst uns auf Gedankenreise gehen. Ziele festlegen. Biss zeigen. Lasst uns Maßnahmen für die Zukunft ergreifen. Umdenken. Einen Plan für die schrittweise Rückkehr zur neuen Normalität zurechtlegen. Warum nicht noch ein Weilchen länger im Home-Office arbeiten, wenn die technischen Möglichkeiten gegeben sind? In unserer Agentur denken wir darüber nach. Weil wir verantwortungsvoll handeln wollen. Weil wir zukunftsorientiert denken wollen. Weil wir neue Möglichkeiten entdeckt haben, die so noch vor ein paar Wochen keiner für möglich gehalten hatte. Wir halten Online-Konferenzen ab, führen virtuelle Unternehmergespräche, arbeiten zusammen, obwohl wir räumlich getrennt sind.
Noch ist es nicht ausgestanden und noch müssen und sollten wir uns alle strikt an die gesetzlichen Vorgaben halten. Noch gilt es, auch mithilfe der Regierungs- und Landespakete Schadensbegrenzung zu betreiben, mit Entbehrungen zu leben und mit vollem Einsatz das Beste aus der Situation zu machen. Noch bleiben wir zu Hause. Wohlwissend, dass sich vieles ändern wird und sich bereits verändert hat. Es ist, was es ist. Aber es wird sein, was wir daraus machen.

#alleswaswirlieben

Die Geschäftsführung von Brandnamic

Hannes Gasser, Michael Oberhofer und Matthias Prader

Hotelcoaching: Führungspotenzial entwickeln

Was heißt Führung und was sollte jede Führungskraft mitbringen? Warum ist richtiges Delegieren so wichtig, gerade jetzt in Zeiten von Corona, und was bedeutet wertschätzende Kommunikation? Stephanie Ganterer Hotelcoach im Team Beratung bei Brandnamic mit langjähriger Erfahrung in der Geschäftsführung des Hotel Feuerstein – Nature Family Resort in Brenner Südtirol, erklärt im Video, worauf es bei der Führung von Teams ankommt.

Menschen mit Ideen

Mit allen Mitteln, Ideen und Fachkompetenz arbeiten wir daran, Sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Zögern Sie nicht, uns nach Rat zu fragen. Unser Team an Beratern steht Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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