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Tourismusimpulse

Wer innovativ bleiben möchte, sollte den Blick über den Tellerrand nicht scheuen. Wir haben nachgefragt, warum die Vernetzung im Tourismus so wichtig ist – und wie es nach Corona um die MICE-Branche steht.

  

Gibt es einen Bereich, in dem Sie firmenübergreifende Synergien als besonders wichtig erachten?

Zweifelsohne. Im Tourismus ist Erfahrungs- und Wissensaustausch unverzichtbar für die Weiterentwicklung der Branche insgesamt wie auch der einzelnen Akteure. Wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht, dann werden wir die Herausforderungen der Gegenwart – und davon ist die Covid-Krise nur ein kleiner Teil – nicht bewältigen. Ich denke da besonders an Organisationen wie Vitalpin, das grenzübergreifend die Interessen von touristischen Unternehmen im Alpenraum bündelt, indem es ein neues, absolut notwendiges Gleichgewicht von Mensch, Wirtschaft und Natur anstrebt; aber auch an Hotelkooperationsgruppen wie die Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol und die Familienhotels Südtirol, die thematische Zusammenschlüsse sind. Man darf nicht dem Irrglauben anheimfallen, dass der andere von einem „abkupfert“ und einem dadurch Schaden zufügt, es geht darum, gemeinsam Ideen zu entwickeln, einander voranzutreiben, sich gegenseitig zu beflügeln. Der Gesamtnutzen übersteigt immer die Summe der Einzelerfolge.

 

Inwieweit hat sich die MICE-Branche durch Corona verändert?

Als Branche, die per Definition meeting- und eventbasiert ist, ist MICE natürlich ungleich stark beeinträchtigt worden. Wir wussten uns zu behelfen, indem wir wahnsinnig schnell auf Online-Zusammenkünfte umgestiegen, Webinare ins Leben gerufen haben usw. Man kann sagen, dass es einen positiven Nebeneffekt gab – die „gute“ Digitalisierung hat rasante Fortschritte gemacht, auch tendenziell technologieskeptische Leute letztlich zu überzeugen gewusst. Davon profitieren wir nun etwa, wenn wir die Vorteile der Digitalisierung in unserer Branche propagieren. Gleichzeitig will ich die Nachteile nicht beschönigen: Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen den persönlichen Austausch, das gemeinsame Erleben, werden lebendiger und inspirierter dadurch. Wir müssen also zusehen, dass all das auch das baldmöglichst wieder in Gang kommt.

 

Was würden Sie sich in puncto Austausch und Vernetzung im Tourismus für die Zukunft wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass wir noch besser und internationaler vernetzt sind, dass wir Plattformen für große wie auch spezifische Interessensgruppen schaffen, das Kleine wie das große Ganze immer gleichzeitig im Blick behalten. Dass wir dort, wo uns digitale Kommunikationsformen voranbringen, diese nutzen – doch nie auf Kosten des persönlichen Austauschs, sondern als Ergänzung. Ich wünsche mir, dass wir von provinziellem Hickhack absehen, nie von Missgunst getrieben werden, sondern gemeinsam die großen Fragestellungen und Herausforderungen angehen, die uns Gegenwart und Zukunft stellen.

 

Wie wichtig ist der Austausch touristischer Akteurinnen und Akteure auf Plattformen wie der FAFGA?

Die FAFGA wird ja nun leider dieses Jahr ausfallen, aber auch hier kann ich nur wieder dasselbe sagen: Es ist immens wichtig, sich mit anderen Tourismusakteuren treffen zu können, gerade dort, wo ganz viele von uns aufeinandertreffen und man sich schnell und unkompliziert austauschen kann. Auf Messen erfährt man ja nicht nur die neusten Trends, man zeigt Präsenz, frischt Kontakte auf und knüpft neue, schaut, was der andere gerade so macht, fachsimpelt und trinkt vielleicht auch einfach nur mal einen Kaffee zusammen. Ich hoffe sehr, dass wir diese Lockerheit bald zurückgewinnen.

Brandnamic

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