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Fachkräftemangel in der Hotellerie

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema!

Fachkräftemangel in der Hotellerie ist kein Mythos, sondern die knallharte Realität. Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf das Thema? Und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um nicht nur Gäste, sondern auch (potenzielle) Angestellte zu begeistern? Fragen über Fragen, die Hotelcoach und HR-Expertin Stephanie Ganterer in einem Webinar im Rahmen der Brandnamic Academy beantwortet hat. In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Antworten für Sie zusammengefasst. Selbstverständlich können Sie das Webinar auch nachhören. Sie finden dieses und viele andere nützliche Webinare in unserem Archiv.

4 Fragen, 4 Antworten, 1 Maßnahmenplan

  

1. Fachkräftemangel – Mythos oder Realität?

  • Für Gastgewerbe und Hotellerie wird es zunehmend schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden. Das gilt vor allem für die Küche, aber auch für höher qualifizierte Positionen, z. B. im Restaurantservice und in den Betriebsleitungen.
  • Es gibt immer mehr offene Stellen: Laut Statista hat sich zwischen 2010 und 2019 die Zahl der offenen Stellen in der Gastronomie/Hotellerie mehr als verdoppelt – von 682 Stellen (2010) auf 1 484 Stellen (2019).
  • Es gibt weniger Schulabgänger und damit auch weniger potenzielle Auszubildende.
  • Das allgemeine Interesse der jungen Menschen an einer Berufsausbildung sinkt, die Bewerberzahlen schrumpfen.
  • Die Arbeit in der Hotellerie und Gastronomie gilt als wenig attraktiv.
  • Immer mehr Betriebe vernachlässigen die Ausbildung der eigenen Fachkräfte, die so essentiell ist.

Fazit: Das Thema Fachkräftemangel in der Hotellerie und Gastronomie ist bei 90 Prozent der Befragten Betreibenden präsent. 41 Prozent der befragten Betriebe bezeichnen den Fachkräftemangel sogar existenziell. Fachkräftemangel ist also ganz klar: die knallharte Realität.

2. Welche Auswirkungen hat die Coronakrise?

  • Ein Viertel will weg! 25,33 % wollen die Gastronomie und Hotellerie schnellstmöglich verlassen und suchen sich Jobs in anderen Branchen. Gründe dafür sind:
    • Die Corona-bedingte fehlende Perspektive
    • Einkommensverluste
    • Trinkgeldverluste
    • Unsicherheit der Branche
  • Während des letzten Jahres wurden keine neuen Fachkräfte ausgebildet, da die Betriebe nur kurze Zeit geöffnet hatten.

Fazit: Die Hotellerie und Gastronomie trägt durch die Coronakrise einen enormen Imageschaden davon. In der Branche zu arbeiten, ist für viele noch unattraktiver geworden.

„Sich jetzt über einen Mangel an Fachkräften zu beschweren, ist wie nicht einkaufen zu gehen und dann über einen leeren Kühlschrank zu staunen. Wer sich nicht um Mitarbeitende kümmert und ausbildet, hat keine Fachkräfte.“
-Stephanie Ganterer, Hotelcoach bei Brandnamic-

3. Was ist Employer Branding und was hat es mit Fachkräftemangel zu tun?

  • Ein Fakt zu Beginn: Junge Arbeitnehmer möchten in einem coolen, peppigen, beliebten Umfeld arbeiten.
  • Employer Branding sind Marketingmaßnahmen, um einen Arbeitgeber möglichst attraktiv darzustellen.
  • Im „Kampf um die Talente“ ist Employer Branding heute eines der wichtigsten Instrumente.
  • 5 Ideen für Employer-Branding-Maßnahmen:
    • Job-Landingpage mit Werten, Benefits und Vision
    • Online Netzwerken, z. B. auf LinkedIn oder Xing
    • Corporate Influencer: Mitarbeitende als Botschafter gewinnen.
    • Ein zusätzliches Instagram-/Facebook-Profil von und für Mitarbeiter
    • Kreativer Image-Recruiting-Film

Fazit: Es ist Zeit für ein Image-Update! Betriebe, die in Employer Branding investieren, werden bei jungen Menschen positiver wahrgenommen. Ihr braucht Hilfe beim Employer Branding? Wir sind für Euch da!

4. Was kann ein Betrieb gegen Fachkräftemangel tun?

  • Nicht zu viele Fähigkeiten erwarten! Wer eine Stellenausschreibung mit zu hohen Anforderungen veröffentlicht, schreckt potenzielle Bewerber möglicherweise ab. Deshalb gilt: Überlegen Sie sich genau, was Sie fordern!
  • Flexible Arbeitszeitmodelle und nicht zu viele Überstunden: Die Generationen X, Y und Z sehnen sich nach höchster Freiheit in der Arbeitsgestaltung und einer guten Work-Life-Balance.
  • Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken! Mitarbeitende legen großen Wert auf Respekt und Wertschätzung. Das ist ihnen sogar wichtiger als das Gehalt oder Aufstiegschancen – und für den Hotelier kostenlos umsetzbar.
  • Genau zuhören! Was brauchen Mitarbeitende, um einen guten Job zu machen? Was würde den Job interessanter für neue Bewerber machen?
  • Quereinsteiger qualifizieren: Wenn die fachlichen Kompetenzen noch nicht hundertprozentig passen, sollten Arbeitgeber eine etwas längere Einarbeitungszeit in Kauf nehmen.
  • Benefits einführen: Rabatte, Nutzung des hoteleigenen Wellness- und Fitnessbereichs, Fortbildungen, gemeinsame Ausflüge, Grillpartys, moderne und ansprechende Mitarbeiterwohnungen etc.

Maßnahmenplan und Führungsimpulse

  • Menschlichkeit: Mitarbeitende anrufen, Unsicherheiten und Zukunftsängste besprechen, eine Beziehungs- und Vertrauensbasis schaffen
  • Mehr Sinn, weniger Angst: Der Sinn der täglichen Arbeit muss größer sein als die Angst oder die Unlust. Nehmen Sie Ihren Mitarbeitenden die Angst, etwas falsch zu machen!
  • Augenhöhe und Miteinander: Begegnen Sie sich auf Augenhöhe – egal, ob Auszubildende, langjährige Fachkräfte oder Praktikanten.
  • Erlebte Sinnhaftigkeit am Arbeitsplatz: Warum sind die Arbeitsabläufe so, wie sie sind? Warum muss die Sache XY einmal pro Woche gemacht werden? Erklären Sie Ihren Mitarbeitenden das Warum!
  • Demut, Geduld und Gelassenheit: Gegebenheiten hinnehmen, geduldig mit den Mitarbeitenden sein, Fehler akzeptieren
  • Transparenz und Mitarbeitende einbeziehen: Wie steht es um das Unternehmen? Was sind die Ziele des Betriebs? All das müssen Mitarbeitende wissen.
  • Klarheit: Treffen Sie klare Entscheidungen, stehen Sie dazu und kommunizieren Sie sie eindeutig.

   

Brandnamic

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